Was genau ist es, was viele Christen so langweilig macht? Woher kommt die risikoaverse Einstellung, die altmodische Ausdrucksweise oder der langweilige Lebensstil? Christliche Uniformität im Denken, in der Sprache und im Aussehen sind häufige Phänomene und es erscheint so, als ob es das höchste christliche Ziel wäre, zu einem Klon zu werden. Was ist aber mit den Persönlichkeiten aus der Bibel oder der Geschichte welche belegen, dass nicht alle Christen Schlafmittel im Blut haben? Was ist die Ursache und woher kommt der Unterschied?
Menschen sind von Grund auf unterschiedlich geschaffen und das ist gut so. Nicht umsonst lobt König David in Psalm 139 wie wunderbar Gott den Menschen geschaffen hat und wir können es selbst täglich beobachten, wie einzigartig Menschen im Aussehen, in der Kombination von Begabungen und in ihrer Verhaltensweise sind. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass ein gewisses christliches Verhaltensmuster, gewisse christliche Regelungen und christliche Angewohnheiten einen faden und langweiligen Eindruck hinterlassen. Natürlich ist es die Tradition, die als Ursache hierfür bekannt ist und welche auf ihre einzigartige Art das grundlegende menschliche Bedürfnis nach Stabilität und Sicherheit befriedigt und so das Zusammenleben reibungsfreier und berechenbarer macht.
Doch ist es nicht vielleicht noch mehr? Was, wenn sich hinter der christlichen Nachfolge ein falsches Bild von Jesus verbirgt? Die Worte von Jesu zur Nachfolge aus Matthäus 16 Vers 24 sind bekannt "Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir." aber wie stellen wir uns Jesus, dem wir nachfolgen sollen, eigentlich vor? Welches Bild seines Wesens, seiner Charakterzüge haben wir? Sicher liegen wir mit unseren Vorstellungen aus den Kinderbibeln, Altarbildern oder Filmen ziemlich daneben, aber damit beginnt der eigentlich interessante Prozess, nämlich herauszufinden, wie Jesus wirklich ist. Dies gelingt uns nur, wenn wir immer wieder in der Stille die Bibel lesen, mit anderen diskutieren oder uns in anderer Art und Weise damit beschäftigen.
Überraschungen sind sicher, wenn wir uns darauf einlassen und so manche bisher anerkannte christliche Tugend muss gründlich hinterfragt und verworfen werden (hast Du dir die Geschichten über Jesus und seine Jünger mal genauer angesehen, ich meine, so richtig genau?). Natürlich ist es nicht einfach und bedarf es viel an Liebe, die Vielfalt an Persönlichkeiten zu tolerieren und die unterschiedlichen Begabungen als Bereicherung zu schätzen und richtig einzusetzen, aber eines ist sicher: Wenn es gelingt, wird Christsein lebendiger, ansteckender und einladender. Mit Christus im Herzen und einer lebendigen Beziehung zu ihm beginnt ein Veränderungsprozess, welche den Charakter und das Leben eines Menschen auf einmalige, unbeschreibliche Art und Weise zum Leuchten bringt. Was wäre, wenn ich ab heute mehr Christus in mir wirken lasse?